Heinrich Pospiech

* 11. März 1908 in Ansbach
+ 17. November 1980 in Ansbach

Heinrich Pospiech

Pädagoge, Bildschnitzer, Graphiker, Maler

Zeitlebens waren Kunst und Schuldienst wichtige Eckpfeiler in der Entwicklung des Graphikers, Malers, Bildschnitzers und Pädagogen. Geboren wurde Heinrich Pospiech am 11.März 1908 in Ansbach und hier sollte er am 17.November 1980 sein Leben beenden. Eine von ihm geschaffene Kunstskulptur schmückt sein Grab auf dem Ansbacher Friedhof.

Nach dem Gymnasium in Ansbach hatte Heinrich Pospiech in München an der Technischen Hochschule und an der Akademie der bildenden Kunst studiert. 1933 machte er das Staatsexamen für den Höheren Schuldienst, erste Anstellungen führten nach Ansbach und Windsbach. Verheiratet war Pospiech seit März 1949 mit der Kaufmannstochter Eleonore Gensheimer. Der Künstler entstammte wie seine Ehefrau einem katholischen Elternhaus. Seit 1953 lebten die Pospiechs in Ansbach, als Studienrat, später als Gymnasialprofessor war Pospiech am Platengymnasium tätig. Nach dem Krieg gehörte er der Künstlervereinigung „Die Barke“ an. Mit der Gruppe um den Widerstandskämpfer Robert Limpert hatte ihn eine väterliche Freundschaft verbunden.

1969 und 1971 nahm Pospiech an der Großen Kunstausstellung in München teil, 1970 hatte er eine Bronzeplastik für Robert Limpert angefertigt. Für Sachsen bei Ansbach schuf Pospiech 1977/79 eine Josephsstele und eine Madonna. Kapellenausstattungen kamen für das katholische Altenheim St.Ludwig 1975/78 und für Schurbach in der Oberpfalz 1974/1977 hinzu. Im Markgrafenmuseum ist das Gemälde der „Apokalyptische Reiter“ ausgestellt, eine Interpretation der Offenbarung des Johannes, dass als lokalen Bezug die Fassade der Ansbacher Residenz einbezieht. Zahlreiche Plaketten, Radierungen, Aquarelle, Ölgemälde und Holzplastiken zeugen von seinem Schaffen. Gemäß dem Lokalhistoriker Adolf Lang war für Pospiech „Kunst eine Form der Weltaneignung“.

Zitate aus den Tagebuchaufzeichnungen Heinrich Pospiechs:

Jede Arbeit ist ein Ruf, mit dem ich einige verehrte Menschen erreichen will, ist im einzelnen ein Brief, auf den du ein Echo erhoffst. Wie selten kommt es.

Getane Arbeiten in die Ackerfurche legen und Geduld haben, ob noch etwas auf der leichten Erhöhung zu beiden Seiten deiner Schritte wächst; diese winzige Erwartung lässt Hoffnung und Ausweg aus dem Gestrüpp des Daseins offen.

Vieles kann einer erdenken, das Echte muss erlitten werden.“

Literatur in Auswahl:

Adolf Lang, Ansbacher Kulturspiegel 10, Ansbach 1966, 2 Seiten

Artikel „Pospiech“, in: Ansbach-Lexikon 1, hg. Alexander Biernoth/ Wolfgang F. Reddig, Ansbach 2020, S. 265.