Johann Heinrich Christian von Schmaltz

* 27. September 1787 auf Schloss Karlsberg
+ 21. April 1865 in Ansbach

Offizier und Minister

Der erste griechische Kriegsminister der Neuzeit liegt auf dem Ansbacher Stadtfriedhof begraben. Johann Heinrich Christian Maria von Schmaltz ist am 21. April 1865 in seinem Haus in der Oberhäuserstraße verstorben. Er hatte eine steile Karriere im bayerischen Militär gemacht und stand vom 13. Juni 1833 bis 23. März 1834 und noch einmal vom 22. Juni 1835 bis 14. Juli 1841 als Kriegsminister dem Militär des neugegründeten Königreichs Griechenland vor. Er baute die Streitkräfte des gerade erst unabhängig gewordenen Landes völlig neu auf, was ihm den inoffiziellen Ehrentitel „Vater der griechischen Armee“ eintrug.

Johann Heinrich Christian von Schmaltz wurde am 27. September 1787 auf Schloss Karlsberg bei Homburg in der Pfalz geboren. Seine Eltern waren der Pfalzgräflich-Zweibrückensche Geheime Hof- und Regierungsrat Johann Philipp Schmaltz und Maria Magdalene, Tochter des Hofmalers Leclerc, geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren kam er in die kurfürstlich-bayerische Militärakademie in München und wurde 1804 im Alter von 17 Jahren in das erste Dragonerregiment aufgenommen. In dieser Einheit, die später das erste Chevaulegers-Regiment wurde, blieb von Schmaltz 25 Jahre lang und nahm an sieben Feldzüge teil.

Schon im zweiten dieser Feldzüge im Jahr 1807 gegen Preußen und Russland glänzte er, so wird berichtet, durch ausgezeichnete Tapferkeit. Im Alter von 22 Jahren wurde er zum Oberleutnant befördert.

Im Feldzug gegen Österreich 1809 soll Johann Heinrich Christian von Schmaltz ein bemerkenswertes Erlebnis gehabt haben. Weil er gerne und sehr gut Flöte spielen konnte, führte er immer ein Instrument mit sich. Am 21. April 1809, am Vorabend der Schlacht, spielte er Flöte und hörte von der Gegenseite auch Flötenspiel. Die beiden Flötenspieler gingen aufeinander zu, trafen sich, sprachen miteinander und verabredeten, sich in der Schlacht gegenseitig zu schonen. Sie trafen aber im Gefecht nicht aufeinander.

Im Alter von 25 Jahren wurde von Schmaltz im Feldzug gegen Russland zum Rittmeister befördert. Unter den Augen Napoleons gelang es ihm durch ein Schwenkungsmanöver die feindliche Übermacht zu schlagen und er erhielt den Orden der französischen Ehrenlegion. Am 25. April 1814 zeichnete man ihn für Tapferkeit in den Schlachten von Bar-sur-Aube und Arcis-sur-Aube mit dem preußischen Orden Pour le Mérite aus. Für seine Verdienste um Bayern erhob ihn König Max I. Joseph 1817 in den erblichen Adelsstand.

1832 ernannte ihn König Ludwig I. zum Inspekteur des Bayerischen Hilfskorps für Griechenland. Schmaltz begleitete dessen Sohn, König Otto I., zur Regierungsübernahme nach Griechenland. Erst war von Schmaltz Armeeinspektor, dann Generalinspektor, Generalgouverneur und schließlich Kriegsminister. Während der Zeit in Griechenland erkrankte er schwer an Thyphus und alle rechneten mit seinem Ableben, sogar die Leichenpredigt wurde schon vorbereitet. Aber von Schmaltz erholte sich und „seine eingehende Kenntnis der Verhältnisse und Personen, seine Zurückhaltung gegen alles politische Parteigetriebe, seine Gerechtigkeit gegen jedermann und seine jeglichem Eigennutze abholde Lauterkeit hatten ihn beliebt und unentbehrlich gemacht“, urteilten später seine Biographen. Ende 1841 war in Griechenland der politische Unmut über Ausländer so stark angewachsen, dass Schmaltz als letzter Minister nicht-griechischer Nationalität am 12. Juli 1841 abtreten musste und nach Bayern zurückkehrte. Hier wurde er 1842 Kommandant der Festung Germersheim im Rheinkreis, 1845 avancierte er zum Generalmajor und übernahm die 3. Kavalleriebrigade in Ansbach. 1849 kommandierte er das bayerische Truppenkontingent, das am Bundesfeldzug gegen Dänemark teilnahm, 1850 war er zum Chef der 2. Bayerischen Kavalleriedivision aufgerückt. Am 17. Mai 1854 trat er in den Ruhestand. Diesen verbrachte er bis zu seinem Tod in seinem Haus Oberhäuserstraße 1.

Von Schmaltz war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehefrau Freiin Henriette Fuchs von Bimbach  heiratete er am 12. Juli 1821. Sie verstarb 1828. 1843 heiratete er in zweiter Ehe Marie Elise Adelheid von Zandt, die 1865 verstorben ist. Mit ihr hatte er drei Kinder. Die jüngste Tochter vermählte sich 1869 mit Philipp Ludwig Freiherr von Seefried auf Buttenheim. Auf dem Stadtfriedhof ist in der Gruft Nummer 27 noch die Grabplatte für den ersten griechischen Kriegsminister der Neuzeit.

Text: Alexander Biernoth